


Während zehn
Tagen haben die Organisatoren Pius Angehrn sowie Nicole und Ralf Eberle mit
ihren zahlreichen Helfern eine kleine Stadt aus dem Waldboden gestampft.
Zahlreiche
Besucher belohnten den Aufwand am Samstagabend mit ihrem Erscheinen. «Es werden
wohl gegen die 3000 Besucher kommen im Laufe der Nacht», schätzt Pius Angehrn:
Eine ausverkaufte Siebenschläferstadt.
Viele Besucher
kommen Jahr für Jahr. So auch die beiden 32- und 33jährigen Frauen aus Luzern
und dem Fricktal. «Wir waren schon fünf- bis sechsmal hier, das ist jeweils
unser Frauenabend.» Ehemänner und Kinder müssen daheim bleiben, während die
Mamis auf den Putz hauen. «Es ist so gemütlich hier.» Die Stimmung und die
Kulisse gefallen ihnen am besten.
Die beiden
Freundinnen gehören bereits eher der älteren Generation Siebenschläfer an. Ein
Grossteil der Besucher ist schätzungsweise zwischen 18 und 25 Jahren alt.
Dementsprechend ist auch das musikalische Programm am Samstag. Mit Container 6
und Clever haben die Organisatoren junge Bands engagiert. Während auf der
Hauptbühne die Bässe aus den Boxen dröhnen, spielt sich auf der zweiten Bühne
ein beinahe noch ohrenbetäubenderes Spektakel ab: Die Sport-Holzfäller der
«Stihl Timbersports» zeigen in einer Show ihre verschiedenen Disziplinen.
Highlight der Darbietung ist die 70-PS-Motorsäge, welche die Herzen des
Publikums höher schlagen lässt. «Schon länger haben wir uns die Show gewünscht
und zum Zehnjährigen haben wir sie uns geleistet», sagt Pius Angehrn.
Insgesamt ist er sehr zufrieden mit der Jubiläumsparty. «Wir hatten keine nennenswerten Zwischenfälle. Es hat alles geklappt.»
Amriswil.
Zwischen «Tanna-Bar» und «Kafi-Bar» tummelten sich am Freitagabend 1200
Personen im Bilcheholz. Grund für die vergleichsweise geringe Population an
Siebenschläfern war das Wetter.
«Am Freitag war
es grausig kalt. Wir waren happy, dass trotz Dauerregens mehr als 1000 Leute
gekommen sind», sagt Pius Angehrn. «Das waren wohl die
Hardcore-Siebenschläfer», fügt er lachend bei.
Matschig sei der Waldboden dank 150 Kubikmetern Holzschnitzel zwar nicht
geworden, am Samstagmorgen jedoch habe das Gelände nicht mehr einladend
ausgesehen. Kurzerhand hätten sie weitere 40 bis 50 Kubikmeter Schnitzel
gestreut, so dass am Samstag nicht zu erahnen war, was der Regen am Vorabend
angerichtet hatte.
Trotz der
heftigen Regenfälle darf aber auch der Freitagabend als gelungen bezeichnet
werden. Massgeblich dazu beigetragen haben die sechs Komiker, welche das
Publikum begeisterten.
Den Anfang
machte das Duo Handundstand. Lukas Külling und Mäse Brunner stritten sich um
die Gunst des Publikums und dessen Applaus, doch der wurde beiden
gleichermassen zuteil. Ein kleines Stückchen vom Applauskuchen durfte sich auch
noch Hansueli aus Dozwil abschneiden, der kurzerhand für eine akrobatische
Übung auf die Bühne geholt wurde. Für das Akrobatik- und Comedy-Duo war jedoch
der vom Regen nass gewordene Bühnenboden ein Problem. Eine komische
Bruchlandung bei einer Akrobatikübung dürfte nicht ganz freiwillig
stattgefunden haben. Verletzt hat sich aber niemand.
Im Anschluss
unterhielt das Duo Messer und Gabel mit den Erlebnissen zweier Appenzeller auf
einer Kreuzfahrt, oder einer katholischen Schiffsreise, wie diese von den
beiden genannt wurde. Mit ihren teilweise deftigen Witzen hatten Rolf Kern und
René Sulser die Lacher auf ihrer Seite.
Einen ganz
anderen Humor präsentierte zum Abschluss des Waldhumorfestivals die microband.
Luca Domenicali und Danilo Maggio zeigten eindrucksvoll auf, dass zwei Musiker
auf je einer halben Geige durchaus ein ganzes Musikstück spielen können.
Und weil die beiden Italiener grad keine richtigen Trommeln zur Hand hatten, halfen sie sich mit Ballons aus. Hinter den Komödianten aus Bologna steckten jedoch auch virtuose Musiker, die auf unzähligen Instrumenten ihr Können zum besten gaben.
amriswil.
Nächstes Wochenende verwandelt sich der Wald in der Bilche wieder in eine
Festhütte: Die Siebenschläfer laden zur Party ein. Dies bereits zum zehnten
Mal. Das dreiköpfige Organisationsteam hofft auf gutes Wetter. «Es wäre an der
Zeit, dass es wieder einmal richtig schön und warm wäre», schmunzelt Nicole
Eberle. Ein Blick zurück zeigt, dass die Siebenschläferparty nicht immer vom
Wetterglück profitieren konnte.
Doch trotz verschiedener Tiefen und Höhen war es für das OK schnell einmal
klar, dass die Siebenschläferparty zur Tradition werden sollte.
Als das OK zum
ersten Mal zur Siebenschläferparty einlud, hatte es bescheidene Vorstellungen.
300 bis 500 Partygäste sollten es werden. Doch im Waldstück auf der Bilche, das
in den Weihnachtstagen 1999 vom Sturm Lothar verwüstet worden war, tummeln sich
am 21. und 22. Juli 2000 rund doppelt so viele Leute. Die Organisatoren sind
begeistert und stellen eine Wiederholung in Aussicht. Und das Tagblatt titelt
am 24. Juli 2000: «Sturm Lothar macht's möglich.»
Es hatte sich
schnell herumgesprochen, dass die Siebenschläferparty ein Erfolg war. So
strömen zur zweiten Ausgabe noch mehr Besucherinnen und Besucher ins
Bilcheholz. Am Freitag, 20. Juli 2001, sind es trotz schlechtem Wetter über 800
am Samstag, 21. Juli 2001, dann gar über 1000 Gäste. 70 Helferinnen und Helfer
kümmern sich um deren Wohl. Und einheimische Bands haben die Guggenmusiken vom
ersten Anlass abgelöst: So wird ausgelassen gefeiert, und das Tagblatt titelte
am 23. Juli 2001 über die zweite Party: «Tanzen, bis die Tannen wackeln.»
Eine neue
Saftbar, ein neues Zahlungssystem via Bon-Karten und ein grösseres Areal: Die
Organisatoren haben sich für die dritte Party einiges einfallen lassen. Der
Erfolg bleibt nicht aus, es herrscht Grossandrang, und Pius Angehrn spricht zum
ersten Mal davon, dass sich die Party als fixer Termin etablieren könnte. Die
Stimmung ist so gut, dass das Tagblatt am 22. Juli 2002 den Titel setzt: «Alles
andere als einschläfernd.»
Aus allen Nähten
platzt die Siebenschläferparty bereits bei der vierten Auflage. Am Samstag ist
das Areal ausverkauft, unzählige Besucher müssen schon in Hagenwil kehrtmachen.
Und nun bestätigt auch OK-Mitglied Nicole Eberle: «Ja, es gibt eine
Fortsetzung.» Das überglückliche, aber auch übernächtigte OK gibt auf den 21.
Juli 2003 Anlass zur Tagblatt-Schlagzeile: «Siebenschläfer machte kein Auge
zu.»
Bei der fünften
Auflage der Party kommt es zum Rückschlag. Innerhalb weniger Minuten fegt ein
gewaltiger Sturm am frühen Samstagabend das Festgelände leer, 600 Personen
müssen gehen. Die Kassen bleiben leer, die Organisatoren schreiben rote Zahlen.
In die Erleichterung, dass niemand zu Schaden gekommen ist, mischt sich Frust
und Erschöpfung. Die Tickets werden zurückgekauft, es bleibt Katzenjammer bei
den Organisatoren, aber vielseitige Bewunderung bei den Gästen. Diese schätzen
die grosszügige Rückerstattung und versprechen: «Wir kommen wieder.» Das gibt
Hoffnung. Das OK steht zusammen und erklärt, dass es weitergehen wird. So
meldet das Tagblatt am 22. Juli 2004: «Auch im nächsten Jahr eine
Siebenschläferparty.»
Beste
Bedingungen und zweimal ein volles Gelände entschädigen ein Jahr später das OK.
Zweimal ausverkauft, melden die Veranstalter und freuen sich über das
Wetterglück. Die Logistik ist gefordert, das Helferteam auch. So schreibt das
Tagblatt am 23. Juli 2005: «Nur die Schweissperlen tropften.»
Ein Jahr später
wird nachgedoppelt. Die zwei lauen Sommernächte ziehen über 5000 Menschen an,
und sowohl am Freitag als auch am Samstag müssen Besucher zurückgewiesen
werden. Was das Publikum nicht wusste: Dem OK war am Samstagnachmittag der
Schreck in die Glieder gefahren, als sich eine Gewitterwolke über dem Gelände
türmte. Doch es bleibt bei der Wolke, der Sturm verzieht sich. Und so meldet
das Tagblatt am 24. Juli 2006: «Zweimal Full House.»
Nach so viel
Glück mussten die Organisatoren ein Jahr später einstecken: Regen setzte der
Party zu. Dennoch kamen Hunderte, und die Organisatoren, die mit zusätzlichen
Zelten dafür gesorgt hatten, dass die meisten Gäste von oben trocken blieben,
waren zufrieden. Pius Angehrn meinte im Tagblatt vom 23. Juli 2007: «Schlechtes
Wetter gibt es nicht».
Als wolle das Wetter die Aussage des OKs überprüfen, strömte der Regen auch bei der neunten Auflage der Party. Dennoch war das Gelände zweimal weitgehend ausverkauft. Und so schrieb das Tagblatt am 21. Juli 2008: «Siebenschläfer sind wasserfest.»
Am Anfang war
ich völlig blauäugig, gerade was das Programm betrifft. Gestartet haben wir mit
Guggenmusik und einem DJ, heute setzen wir auf Live-Bands und Show Acts. Wir
konnten viele Künstler mit dem «Siebenschläfer-Virus» infizieren. Diesen
direkten Kontakt schätze ich. Der hilft uns aber auch im Sponsoring weiter.
Hier ist es etwas einfacher geworden, die Siebenschläfer-Party hat einen Namen,
und wir können meist auch auf eine langjährige Zusammenarbeit bauen. Die
Besucher stellen heute ganz andere Anforderungen an uns, wir bieten mehr als am
Anfang.
Siebenschläfer sind wasserfest
Regenschauer konnten Partygäste nicht abhalten – Zweimal ausverkauftes Gelände
Party
zwischen Baumstämmen: Die Siebenschläferparty erwies sich am Wochenende
ein weiteres Mal als Publikumsmagnet. Bilder: Michel Canonica
AMRISWIL.
«Die verrückteste Waldparty, seit es Tannen gibt» feierte auch dieses
Jahr trotz vereinzelten Regenschauern mit Full House an beiden Abenden.
Michèle Häni
Immer
mehr Autos reihten sich aneinander und die Schlange vor der Kasse wurde
länger und länger. Einige Leute mussten sogar zurückgewiesen werden.
Das Bilcheholz war am Freitag und Samstag ausverkauft. Glücklich sein
konnte, wer sein Ticket bereits im Vorverkauf ergattert hatte. Am
Samstag wurde ab 22 Uhr niemand ohne Ticket mehr zum Festgelände
hochgelassen.
Gegen Regen gewappnet
Froh sein konnte, wer zur
Sicherheit Regenschirm und wasserfeste Schuhe dabei hatte. Denn am
Freitag und auch Samstag kam es zu vereinzelten Regengüssen. «Wir haben
mit Regen gerechnet und waren gewappnet», so Organisator Pius Angehrn.
Sah es erst noch nach sternenklarem Himmel aus, drängten sich auch am
Sasmtag immer mehr Leute unter die Festzelte, um sich vor der Nässe zu
schützen.
Hits von früher
Für Stimmung sorgte auch dieses
Jahr ein packendes und abwechslungsreiches Programm. Verschiedene DJs,
Coverbands und Tanzeinlagen brachten das Volk in Partystimmung.
Jongleur Firebird faszinierte das Publikum mit seiner Diabolo-Show,
Livebands wie Flipchart oder Supercross brachten die Leute mit Hits von
früher und heute zum Tanzen und Mitsingen.
Friedliches Feiern im Wald
Unter
den Bäumen des Bilcheholz herrschte eine friedliche Atmosphäre.
«Organisatorisch ist alles reibungslos verlaufen, es gab keine
Zwischenfälle», so Organisator Pius Angehrn. Trotz dem ganzen Stress
geniesse er die Party in vollen Zügen: «Ich liebe das Organisieren und
das ständige Unterwegssein!» Dies bestätigte auch die Polizei, die zwar
auf dem Festgelände patrouillierte, aber keine Einsätze leisten musste.
Nächstes Jahr Jubiläum
Die
neunte Siebenschläferparty war ein Volltreffer, Gäste und Veranstalter
kamen dabei auf ihre Kosten. Ob man nächstes Jahr, dem Jubiläumsjahr,
noch mehr Besucher erwarte? «Die Kapazität des Areals ist bereits jetzt
völlig ausgeschöpft, es wird keinen Platz für noch mehr Partygäste
geben», erklärt Organisator Pius Angehrn. Wie das 10-Jahr-Jubiläum
genau aussehen wird, wisse man noch nicht, doch es werde bestimmt ein
spezielles Fest werden, stellt der Gründer der Siebenschläferparty in
Aussicht.
St. Galler Tagblatt / 17. Juli 2008
Aufwand immer grösser
Um
die Party auch bei trübem Wetter zu einem Erlebnis werden zu lassen,
stellen die Organisatoren der Siebenschläferparty eine immer bessere
Infrastruktur zur Verfügung. Damit wächst der Aufwand für den Bau.
Rita Kohn
«Wir
haben auf das Sonntagsprogramm nun ganz verzichtet», sagt Organisator
Pius Angehrn. Dieser Entscheid habe wenig damit zu tun, dass es je nach
Wetterlage schwierig ist, die Leute zu einem Besuch des
Sonntagsprogramms im Walde zu motivieren. «Wir brauchen den Sonntag
inzwischen ganz, um das Festgelände zu räumen», erklärt er. Denn mit
der Bekanntheit der Siebenschläferparty sind auch die Ansprüche an die
Party gewachsen. So bleiben bei unsicherem Wetter Partygäste zu Hause,
obwohl das OK in den letzten Jahren einiges dafür getan hat, dass
niemand im Regen stehen bleibt. Auch dieses Jahr sollen zusätzliche
Bedachungen für einen trockenen Sommerspass sorgen.
Ticketpreise angepasst
Erstmals
musste auch der Ticketpreis leicht angepasst werden. «Wir hatten die
Möglichkeit, die Getränkepreise zu erhöhen oder den Ticketpreis», so
Pius Angehrn. Nach verschiedenen Gesprächen habe man sich entschieden,
die Getränkepreise zu belassen und nur den Eintritt minimal zu erhöhen.
«Wir sind aber immer noch günstig», versichert Angehrn. Die Anpassung
sei nötig geworden, weil nicht nur die Einkaufspreise für Lebensmittel
steigen, sondern auch die Kosten für die Technik und insbesondere die
Kosten für den Treibstoff, mit dem die Stromgeneratoren betrieben
werden, massiv höher zu Buche schlagen. Da die Zahl der Besucherinnen
und Besucher vom vorhandenen Platz her beschränkt bleibt, können die
Mehrkosten nicht durch eine grössere Menge wettgemacht werden.
Coverband eingeladen
Eine
leichte Änderung erlebt auch das Programm. So wird am Samstagabend mit
«Supercross» erstmals eine klassische Coverband zur Unterhaltung
beitragen. Mit «Supercross», «Firebird» und «Flipchart» hat das OK
zudem auf heimische Bands gesetzt, kommen sie doch grösstenteils aus
der näheren Region. DJ Brand-Lee soll dabei für die richtige Mischung
sorgen.
Auf Show wird am Freitag gesetzt, dann wird die
Tanzgruppe Joyfull Elements eine besondere Show bieten, während «Booze»
als Zürcher Mundart-Rockband neben «Dirty Bastards» den musikalischen
Teil bestreiten wird. Auch hier sorgt ein DJ für den passenden Mix, am
Freitag steht aber DJ Greg im Einsatz.
St. Galler Tagblatt / 5. Juni 2008
Siebenschläferparty während zweier Tage
Zwei
statt drei Tage, aber ein abwechslungsreiches Programm: So präsentiert
sich die Siebenschläferparty in diesem Jahr. Am Wochenende vom 18. und
19. Juli wird die Bilche zur Open-Air-Festhütte.
rita kohn
Wenn
am Montag, 9. Juni die Vorverkaufsstellen in Amriswil und Umgebung die
Tickets für die diesjährige Siebenschläferparty auflegen, werden viele
Vorbereitungen für den Anlass in der Bilche schon erledigt sein. Denn
das Team um Pius Angehrn, Nicole Eberle und Ralph Eberle ist schon seit
Wochen dabei, die Party aufzugleisen. «Die Arbeiten werden immer
umfangreicher», bestätigt Pius Angehrn. Auch die Kosten seien jedes
Jahr gestiegen und hätten nun einen Punkt erreicht, an dem mit den
Eintrittspreisen nachgezogen werden müsse. «Tickets gibt es neu um 18
Franken», sagt Angehrn. Dafür habe man aber die Getränkepreise auf dem
bisherigen Niveau belassen.
Zweimal ausverkauft
Natürlich
hoffe man darauf, dass die Party zweimal ausverkauft sei, das heisst,
dass sowohl am Freitag als auch am Samstag 3000 Eintritte abgesetzt
werden können. Realistisch ist dies nicht nur bei schönem Wetter. Denn
im letzten Jahr hat sich gezeigt, dass mit Zelten und Überdachungen
auch bei Regenwetter Party gefeiert werden kann. Sei jedoch schönes
Wetter angesagt, so wären die Tickets schon Tage vor dem Anlass
ausverkauft, sagt Pius Angehrn. Für die Organisatoren bedeutet dies,
dass die Zufahrt zur Bilche nur noch jenen gestattet ist, die Tickets
vorweisen können.
Livemusik und Coverband
Mit
einem nahezu unveränderten Konzept soll Partystimmung garantiert
werden. Sowohl am Freitag als auch am Samstag sind auf der Bühne
Live-Auftritte zu erleben, beide Abende wird es auch spezielle
Show-Elemente geben. Einen neuen Weg geht die Siebenschläfer-Party
allerdings hinsichtlich Bands: So sind nicht nur Newcomer oder
bekanntere regionale Bands im Programm, es wird erstmals auch eine
reine Coverband zu erleben sein. «Wir möchten wissen, wie das Publikum
auf diese reagiert», sagt Pius Angehrn. Nicht fehlen werden die
bekannten DJs. Verzichten müssen die Gäste allerdings auf das
Sonntagsprogramm: Dieses fällt aus organisatorischen Gründen weg.
St. Galler Tagblatt / Montag, 23. Juli
2007
Ausgelassene Stimmung an der Siebenschläferparty.
Trotz Regen lockte die
Siebenschläferparty auch in diesem Jahr wieder Zahlreiche auf das Bilcheholz
Amriswil. Regen
hin oder her – auch bei der achten Auflage der Siebenschläferparty feierten
zahlreiche Leute dort, wo sich normalerweise Fuchs und Hase gute Nacht sagen.
Katja Fitze
«Schlechtes
Wetter gibt es nicht, nur schlechte Kleidung», so Organisator Pius Angehrn.
Regenschirme waren somit das Accessoire des Abends und Oberteile mit Kapuzen
der inoffizielle Dresscode. Und selbst die Damen tauschten ihre Stöckelschuhe
noch kurzerhand gegen ein weniger elegantes, dafür aber wasserfestes Schuhwerk
ein.
Frisuren,
die stundenlang vor dem Spiegel zurecht gezupft und gefönt wurden, sahen trotz
viel Haarspray und Gel innert weniger Minuten wieder wie
«Frisch-aus-der-Dusche-kommend» aus. Doch wer durch Modezeitschriften blättert,
dem fällt auf, dass dieser so genannte «Wet-Look», was übersetzt aus dem
Englischen so viel wie «Nass-Aussehen» bedeutet, total angesagt ist. So störte
es das Partyvolk denn auch kaum, dass Petrus nach einer geradezu herrlichen
Sommerwoche pünktlich zur Siebenschläferparty die Regenschleusen öffnen liess.
Angereist von überall her
Auf den
Wiesen um das Bilcheholz reihten sich bereits um zehn Uhr die Autos, angefahren
aus allen Teilen der Region, eng aneinander. Und je später man kam, umso weiter
wurde auch der Weg vom Parkplatz zum Eingang der Siebenschläferparty und umso
länger reihte sich die Schlange vor der Kasse.
«Wottsch under min Schirm?»
Nach
einem ersten heftigen Regenguss kurz nach Türöffnung um 20 Uhr wechselten sich
die trockenen Abschnitte mit den nassen am Samstag fast so schnell ab wie die
Rhythmen, die von DJ Fruchtzwerg aufgespielt wurden.
Die am
Samstagmorgen zusätzlich aufgestellten Zelte waren immer voll besetzt, und hin
und wieder ein Ellbogen im Rücken, eine nasse Jacke im Gesicht oder ein fremder
Fuss auf dem eigenen waren unumgänglich. Wem das dann doch zu eng war, der
suchte sich eine nette Begleitung mit Schirm und machte es sich woanders
gemütlich. «Wottsch under min Schirm», war somit auch die Kennenlernstrategie
des Abends, und wer weiss, wie viele neue Pärchen sich unter einem Schirm
gefunden haben.
Akrobatik zwischen den Ästen
Wie
jedes Jahr boten die Organisatoren wieder ein reich befrachtetes Programm.
Verschiedene DJs, Tanzeinlagen und eine Modenschau brachten Abwechslung. Für
viele «Ahs» und «Ohs» sorgte am Samstag kurz vor Mitternacht das Duo The Twins.
Die beiden Akrobatinnen Corinne Mathis und Sandra Diebold versetzten die
Zuschauer mit ihrer akrobatischen Darbietung zwischen den Bäumen des
Bilcheholzes in Staunen.
Kein Sonntagsbrunch
Wer
genug lange durchhielt und bis in die frühen Morgenstunden das Tanzbein zu
schwingen vermochte, der konnte in den letzten Jahren jeweils direkt zum
Sonntagsbrunch antreten. Dieses Jahr musste dieser jedoch aufgrund der
unsicheren Witterung abgesagt werden.
Befragt Pius Angehrn OK-Chef
Fast ausverkauft trotz Regen
Was für Vorkehrungen wurden angesichts der
unsicheren Wetterlage getroffen?
Es wurden am Samstagmorgen noch
zusätzliche Zelte aufgestellt, sofern noch ein Plätzchen gefunden werden
konnte.
Wie sieht es mit den Besucherzahlen aus?
Wir geben keine Besucherzahlen bekannt. Am
Samstag waren wir jedoch nahezu ausverkauft und auch am Freitagabend durften
wir zahlreiche Besucherinnen und Besucher auf dem Bilcheholz empfangen. Dies
ein sehr gutes Resultat bei diesem Wetter. Ich konnte es fast nicht glauben,
dass die Leute trotzdem kommen und die Stimmung auch bei teilweise fast
strömendem Regen so phänomenal gut ist.
Können Sie trotz des Organisierens die
Party auch ein wenig geniessen?
Sowieso. Ich geniesse die beiden Abende
immer. Es macht mir jedes Mal riesig Spass.
Dies ist nun die bereits achte
Siebenschläferparty, kommt bald die letzte?
Die Siebenschläferparty wird weitergehen,
sie ist schon fast zu einer Institution geworden. Wann die letzte sein wird,
weiss noch niemand. (kfi)
St. Galler Tagblatt / Donnerstag, 19. Juli
2007
«Wir hoffen, dass es trocken
bleibt»
Rund eine Woche
ist ein Bautrupp aus 15 Leuten dabei, das Waldgelände in der Bilchen auf die
Siebenschläfer-Party vorzubereiten. Ralph Eberle, Bauchef, erzählt, wo die
Probleme liegen und wo Bewährtes wieder in den Einsatz kommen kann.
Herr Eberle, wie viele Stunden
wenden Sie auf, um das Gelände vorzubereiten?
Ralph
Eberle: Seit Samstag bin ich täglich zwischen 12 und 14 Stunden unterwegs. Dazu
kommen noch viele Stunden im Vorfeld, besonders dann, wenn etwas neu geplant
und gebaut werden muss.
Das ist ein enormer zeitlicher
Aufwand, den Sie und Ihre Bautruppe hier betreiben. Wie viele Leute braucht es,
um alles rechtzeitig bereit zu haben?
Eberle:
Insgesamt sind 15 Personen im Einsatz. Fertig aufgestellt haben wir die Bauten
am Donnerstag. Am Freitag müssen dann noch die letzten Einrichtungsarbeiten
vorgenommen werden.
Was haben Sie bis Donnerstag
denn alles errichtet?
Eberle:
Wir haben insgesamt acht Bars aufgestellt, rund 1200 m² Flies verlegt und mit
Holzschnitzeln eingedeckt, Bühnen und Tanzflächen gebaut, aber auch die
Infrastruktur, also Einzäunung, notwendige Zelte, Eingangsbereich etc. sind
fertig.
Können Sie das alles aus einem
Depot beziehen oder muss das immer wieder neu aufgestellt werden?
Eberle:
Etwas weniges ist jeweils eingelagert und kann wieder hervorgeholt werden. Das
meiste aber muss neu gebaut werden. Das heisst, dass wir uns schon sehr früh
darum kümmern müssen, dass das notwendige Material vorhanden und der Wald
aufgeräumt ist.
Was meinen Sie damit, den Wald
aufräumen?
Eberle:
Wir lesen die Äste zusammen und schneiden, wo nötig, die Baumstrünke bodeneben
ab, damit sie nicht zu einer Stolperfalle für das Publikum werden können.
Aber Sie sind ja jedes Jahr am
gleichen Ort. Wieso fallen diese Arbeiten noch immer an?
Eberle:
Es werden eben immer wieder Bäume gefällt. Dabei wird dann jeweils ein kleiner
Strunk stehen gelassen, den wir wegschneiden müssen.
Also ist es recht aufwendig, den
Wald in eine Party-Arena zu verwandeln?
Eberle:
Ja, schon. Hier ist alles uneben, das heisst, es braucht grosse
Anpassungsarbeiten. Ausserdem müssen wir das ganze Gelände gut schützen, so
dass die vielen Leute keinen Schaden anrichten.
Apropos Schaden: Ist es
schwierig, vom Eigentümer die Genehmigung für die Party in diesem Waldstück zu
bekommen?
Eberle:
Nein, wir hatten gar nie Probleme damit. Er ist uns sehr wohl gesonnen und wohl
auch froh, dass wir den Wald aufräumen. Es kommen nämlich auch ausserhalb der
Siebenschläfer-Party viele Leute hier herauf und sie lassen so einiges liegen.
Das räumen wir alles mit auf.
Ein Teil des Geländes wird bei
schlechtem Wetter auch überdacht. Wie viel?
Eberle:
Wir lassen so viel wie möglich frei. Wenn schlechtes Wetter angekündigt ist,
werden wir etwas mehr überdachen, bei gutem Wetter möglichst wenig.
Wann fällt der Entscheid?
Eberle:
Spätestens am Donnerstag müssen wir wissen, ob und wie viele Zelte wir noch
aufstellen müssen. Aber auch bei gutem Wetterbericht kann es durchaus einmal
unerwartet Regen oder Gewitter geben.
Wie sieht es denn dieses
Wochenende aus?
Eberle:
Soweit mir bekannt ist, dürfte es warm sein, mit Abendgewittern. Eben so, wie
damals, als der Sturm das Festgelände verwüstete und wir den Abend kurzfristig
abbrechen mussten.
Machen Sie sich Sorgen?
Eberle:
Wir hoffen halt, dass das Gewitter, sofern es denn überhaupt eines gibt, an uns
vorbeizieht und es möglichst trocken bleibt.
Sind alle Bars geschützt?
Eberle:
Fast alle. Die Caipirinha-Bar zum Beispiel ist über einen kleinen Bach gebaut.
Sobald es regnet, werden wir jenen Teil des Areals abtrennen und die Bar
schliessen. Wenn der Regen wieder vorbei ist, wird die Bar wieder geöffnet.
Wir sprechen jetzt von Regen, momentan
setzt aber doch eher die grosse Hitze den Leuten zu…
Eberle:
Im Wald ist es immer etwas kühler als anderswo. Und abends kühlt es ja auch
recht gut ab. Wir fürchten uns also nicht vor Überhitzung. Sollte trotzdem
etwas passieren, haben wir die Sanität auf dem Platz, die sich mit solchen
Dingen auskennt und sofort reagieren kann.
Gerade ist ein Festwochenende im
Thurgau zu Ende gegangen, über 100 000 Menschen gingen zum Open Air in
Frauenfeld. Ist die Siebenschläfer-Party davon tangiert, dass das Open Air so
spät stattfand?
Eberle:
Das kann ich mir nicht vorstellen, nein. Wir haben ein ganz anderes Publikum
vor Augen, als es das diesjährige Open Air hatte. Ausserdem ist die
Veranstaltung anders konzipiert.
Rechnen Sie mit vollem Haus bzw.
Waldstück?
Eberle:
Ich habe keine Ahnung, wie viele Leute kommen werden, das gehört nicht ganz in
mein Metier. Erfahrungsgemäss nimmt der Vorverkauf jeweils am Mittwoch zu,
sobald die Wetterprognosen eher trockenes Wetter verkünden.
Wann ist für Sie persönlich die
Siebenschläfer-Party 2007 vorbei?
Eberle:
Am Montag sind alle Bauten aus dem Wald verschwunden und das Gebiet sieht
wieder fast so aus, wie bevor wir die Party gefeiert haben. Am Dienstag sind
dann alle Teile in den verschiedenen Depots verstaut. Dann ist der grösste
Brocken vorbei.
St. Galler Tagblatt / Freitag, 13. Juli 2007
«Mein erster Caipirinha»
Die 28-jährige
Maschinenzeichnerin Cindy Wetter erklärt, weshalb sie noch keine einzige
Siebenschläferparty ausgelassen hat.
Frau Wetter, Sie waren bisher
jedes Jahr an der Siebenschläferparty – sieben Jahre, ist es noch nicht
langweilig?
Cindy
Wetter: Nein, es ist immer noch cool. Es ist ja nicht jedes Jahr das Gleiche:
Es hat immer ein anderes Programm und man lernt wieder neue Leute kennen.
Womit hat die
Siebenschläferparty Ihre Treue verdient?
Wetter:
Man fährt in den Wald, kommt zu diesem Ort, sieht die Lichter an den Bäumen und
die Einrichtung im Waldhüttenstil. Das ergibt eine einmalige Atmosphäre – ich
bin gerne in der Natur. Ausserdem lernt man nicht nur neue Leute kennen, man
trifft auch die alten wieder. Letztes Jahr habe ich eine Kollegin getroffen,
die ich schon sieben Jahre nicht gesehen habe. Deshalb gehe ich freitags und
samstags – und wenn ich nicht zu müde bin, auch zum Sonntagsbrunch.
Ist das nicht anstrengend?
Wetter:
Es ist ja nur einmal im Jahr, aber ich merke es schon immer mehr. Ich bin ja
auch nicht mehr die Jüngste an der Party.
Was hat sich verändert seit
Ihrem ersten Besuch an der Siebenschläferparty?
Wetter:
Das Programm wurde immer abwechslungsreicher: Es kamen alle möglichen Shows
dazu, Bands, Modeschauen. Besonders gefällt mir aber die Caipirinha-Bar, die
ist recht neu. Das Publikum wird aber immer jünger – oder vielleicht werde ich
nur immer älter.
Was war der programmliche
Höhepunkt bisher?
Wetter:
Am meisten gefallen haben mir die Turner am Barren, mit den Matrosenkleidern,
die waren sehr gut. Die Modeschauen finde ich auch immer toll. Sogar die Bands
sind immer wieder eine gute Auflockerung, obwohl ich gar kein Rockfan bin.
Gabs auch mal was Negatives?
Wetter:
Kleine Reibereien sieht man leider schon. Ich finde es schade, dass das immer
sein muss, es soll doch ein Fest sein. Zum Glück wird das immer schnell
geklärt. Ich bin auch kein Fan von DJ Reto Scherrer. Der schnorrt zu viel, und
er macht dauernd diese Stilbrüche. Aber der spielt ja zum Glück nicht immer.
Im Jahr 2004 musste die Party
wegen eines Sturms abgebrochen werden. Waren Sie dort?
Wetter:
Wir waren noch nicht da, als wir die schwarzen Wolken sahen. Wir wollten noch
etwas abwarten, das Wetter könnte ja doch besser werden. Leider folgte
stattdessen Hagel und Sturm – und damit der Abbruch der Party. Sehr nett finde
ich aber, dass sie die Billette zurückerstattet haben.
Was ist Ihr Tip für
Siebenschläfer-Neulinge?
Wetter:
Man muss oft anstehen. Wenn man den Vorverkauf benutzt, kann man das vermeiden
– sonst heissts früh genug vor Ort sein. Man sollte aber sicher gute Schuhe
mitnehmen – und die Caipirinha-Bar besuchen.
Gehen Sie in sieben Jahren immer
noch an die Siebenschläferparty?
Wetter:
Das kommt auf meine Lebenssituation an. Dann bin ich wohl verheiratet, habe
Kinder – aber wenn es irgendwie geht, schon.
Worauf freuen Sie sich am
meisten?
Wetter:
Da gibts nur eine richtige Antwort: Auf meinen ersten Caipirinha dieses Jahr.
Interview: Kaspar Enz
St. Galler Tagblatt / Donnerstag, 21. Juni
2007
Vom 20. bis 22.
Juli findet im Bilcheholz diemittlerweile achte Siebenschläferparty statt. Was
als kleines, lokales Fest begonnen hat, muss längst professionell organisiert
werden. Pius Angehrn sagt, wieso.
Herr Angehrn, was schwebte Ihnen
vor, als sie 2000 die erste Siebenschläferparty organisierten?
Pius
Angehrn: Wir wollten einfach einmal ein Fest im Sommer organisieren. Im Winter
organisierten wir in Hagenwil ja jeweils ein Fasnachtsfest, und uns reizte es,
etwas für den Sommer aufzuziehen.
Wie kommt es, dass die
Siebenschläferparty im Wald stattfindet?
Angehrn:
Wir planten zunächst ein Fest, da war nicht einmal der Wald ein Thema.
Allerdings suchten wir nach einer geeigneten Lokalität. Als wir in meinem
Wohnzimmer zusammensassen, sahen wir gerade an den bewaldeten Hügel gegenüber.
Dort hatte Lothar eine grosse Schneise in den Wald gerissen und wir spannen die
Idee, dass man das Gelände für das Fest nutzen könnte. Am gleichen Tag haben
wir dann das Gelände besichtigt. Es eignete sich aber nicht, um mit Kühlwagen
und dergleichen hochzufahren. Da meinte Ralf Eberle, bei ihnen gäbe es ein
besser geeignetes Waldstück, das ebenfalls von Lothar in Mitleidenschaft
gezogen worden ist. Also sahen wir uns das Gelände an und waren gleich
überzeugt, dass es sich für die Party eignet.
Die Durchführung im Wald gab
keine Probleme?
Angehrn:
Am Anfang rechneten wir mit 500 Leuten an der Party, auch wenn dann 1000 kamen.
Dafür konnte die Gemeinde die Bewilligung ausstellen. Auch im zweiten Jahr ging
alles noch über die Gemeinde. Nachher rechneten wir aufgrund unserer
Erfahrungen mit höheren Zahlen, da musste die Bewilligung dann über den Kanton
laufen. Aber die Gemeinde unterstützte uns dabei.
Auch von Seiten des
Umweltschutzes kamen keine Einwände?
Angehrn:
Mit unserem Konzept, den Boden für die Party mit Holzschnitzeln abzudecken,
schonen wir den Waldboden. Klar sieht man nach dem Fest, wo sich die 4000 bis
5000 Menschen bewegt haben. Aber jetzt, ein paar Monate später und vor der
nächsten Siebenschläferparty präsentiert sich das betreffende Waldstück als
ganz normaler Wald. Niemand käme auf die Idee, dass hier in einem Monat eine
riesige Party stattfinden würde.
Und die Tiere?
Angehrn:
Wir haben das Ganze intensiv beobachtet, das heisst durch Jagdaufseher prüfen
lassen. Diese sind zum Schluss gekommen, dass die Belastung für die Tiere
tragbar bleibt, weil die Lärmquelle stationär ist. Auf diese Weise können sich
die Tiere einfach tiefer in den Wald zurückziehen, sind aber nicht gejagt. Ein
Jagdaufseher hat gar beobachtet, dass während des Festes rund 100 Meter vom
Gelände entfernt ein Reh geäst hat. Die Tiere erobern sich das Waldstück dann
auch gleich zurück, sobald unsere Bauten verschwunden sind.
Wie verhindern Sie, dass Ihre
Gäste tiefer in den Wald eindringen und das Wild trotzdem belasten?
Angehrn:
Wir sperren das Gelände systematisch mit Banden ab. Und entlang von den
Waldrändern lassen wir das Dornengestrüpp gezielt stehen. Da kämpft sich
niemand hindurch, ohne von Kopf bis Fuss zerkratzt zu werden. Wo man problemlos
in den Wald spazieren kann, patrouilliert unser Sicherheitsdienst. Mit dem
Verkehrskonzept – dass bei vollem Gelände nur noch Gäste mit Tickets aus dem
Vorverkauf zum Festgelände hochgelassen werden – können wir den Druck auf den
Wald weitgehend verhindern.
War von Anfang an geplant, aus
der Siebenschläferparty einen Anlass zu machen, der regelmässig stattfindet?
Angehrn:
So weit haben wir gar nicht gedacht. Aber die Party hat sich dann schnell
einmal zu einer Institution entwickelt, die sich mittlerweile einen Ruf über
die Kantonsgrenzen hinweg geschaffen hat und fest zum Sommerprogramm gehört.
Mit dem, dass die Party immer
grösser geworden ist und mittlerweile jeweils 4000 bis 5000 Gäste zählt, ist
auch der ganze Aufwand gestiegen. Ist der überhaupt noch tragbar?
Angehrn:
Vor fünf Jahren haben wir die Cul GmbH gegründet, die offiziell Veranstalterin
der Siebenschläferparty ist. Die Firma macht regelmässig Rückstellungen, damit
auch einmal ein schlechteres Jahr verkraftet werden kann. Eine wichtige Rolle
spielen auch unsere Sponsoren. Durch ihre Unterstützung tragen sie einen Teil
des Risikos mit. Mit dem Wachstum der Party haben wir auch Erfahrungen
gesammelt und ständig unsere Infrastruktur professionalisiert. Das und das
erweiterte Programm verursachen natürlich aber auch höhere Kosten.
Und der persönliche Aufwand?
Angehrn:
Mittlerweile hat sich die Organisation für mich alleine schon zu einem 10 bis
20 Prozent-Pensum entwickelt. Da ich selbständig bin, konnte ich mir das
einrichten. Aber es ist längst nicht mehr nur ein Hobby, dem ich am Abend
nachgehen kann.
Gibt es da noch keine
Ermüdungserscheinungen?
Angehrn:
Ein Jahr ohne Siebenschläferparty könnte ich mir gar nicht vorstellen. Aber
dieser Sommer ist bei mir so viel los, dass ich froh bin, mich nicht um die
Bauten kümmern zu müssen. Seit der Barbetrieb ein Teil meines Erwerbs ist, bin
ich auf vielen Festen in der Region engagiert. Dieses Jahr sind wir mit der
Siebenschläferbar beispielsweise eine Woche vor der Siebenschläferparty noch am
Open Air in Frauenfeld. Das heisst dann, während wir dort abbauen, ist Ralf
Eberle mit seinem Team dabei, das Gelände für die Siebenschläferparty
einzurichten.
Nur die Schweissperlen tropften
Beste Bedingungen und zweimal «Full House» an der Siebenschläferparty im Bilchenholz
Amriswil. Ausverkauft am Freitag, ausverkauft am Samstag: Die
sechste Auflage der Siebenschläferparty war ein voller Erfolg. Nach
Regen, Sturm und Abbruch im letzten Jahr spielte das Wetter heuer mit.
CHRISTIAN BALLAT
Die vielen Helferinnen und Helfer im Vordergrund (Kasse,
Einlasskontrolle, Bars und Grillstand) wie im Hintergrund (Abfall, WC,
Sicherheit, Getränke-nachschub) hatten alle Hände voll zu tun. Zweimal
ausverkauft: Das hatte es noch nie gegeben. Entsprechend motiviert
waren sie auch überall anzutreffen. Immer da für den Besucher und die
Besucherin. Bei den einen tropfte der Schweiss wegen der Arbeit, bei
den anderen, weil sie sich ganz der Musik hingaben und dazu tanzten.
Die
Organisatoren boten auch dieses Jahr wieder ein reich befrachtetes und
abwechslungsreiches Programm, das weitum auf Begeisterung stiess.
OK-Chef Pius Angehrn freute sich riesig über das diesjährige
Wetterglück, hatte doch der letzt-jährige Sturm fast zum endgültigen
Aus der Siebenschläferparty geführt. Weil am Samstagvormittag nicht
abzuschätzen war, ob bis zum Abend der Regen aufhören würde,
überdeckten die Organisatoren einige zusätzliche Teile des Festareals
inmitten der Bäume mit Blachen. «Dadurch leidet die Atmosphäre etwas.»
Davon war dann am Abend nichts zu spüren. Die Stimmung unter den Gästen
erreichte schnell ihren Höhepunkt. Mit dazu beigetragen haben die DJs,
die Livebands, aber auch die Spezialeinlagen wie etwa eine Modeschau
oder eine Brakedancedarbietung. «Wir werden jetzt erst mal aufräumen»,
sagte ein zufriedener Pius Angehrn am Sonntag. «Und dann sehen, wie es
im nächsten Jahr weitergeht.»
BEFRAGT: Riesiger Erfolg
Zum ersten Mal waren sowohl Freitag- wie Samstagabend ausverkauft. Was bedeutet das für Sie?Wörtlich
Mit RespektErschienen im: Tagblatt, Montag, 18.07.2005
Der süsseste Rekord aller Zeiten
An
der Siebenschläferparty entstand eine über 500 Meter lange Roulade
AMRISWIL. Mit dem erfolgreichen Weltrekord-Versuch fand die vom
Wetterpech heimgesuchte Siebenschläferparty im Bilcheholz ein versöhnliches
Ende. Die längste Roulade der Welt misst seit gestern exakt 502,94 Meter.
GEORG STELZNER
Zeuge eines Weltrekords wird man nicht alle Tage.
Dies dachten gestern viele Menschen. Und man musste gar kein Prophet sein, um
voraussagen zu können, dass das Vorhaben, die längste Roulade auf dem Globus
herzustellen, auch gelingen würde. Die Akribie, mit der sich alle darauf
vorbereitet hatten, liess gar keinen anderen Schluss zu.
Aus nah und fern war das Publikum angereist, um die
zwei Dutzend Bäcker, Konditoren und Köche bei ihrem ehrgeizigen Unterfangen
anzufeuern. Als dann kurz nach 11 Uhr der erste von 800 Biskuitteigen mit Creme
bestrichen wurde, säumten schon zahlreiche Schaulustige die 160 Jahrmarktstände,
auf denen die geschichtsträchtige Backware Gestalt annehmen sollte. Für die
Füllung wurden 450 kg Vanillecreme, 150 kg Schlagrahm und 100 kg Früchte
benötigt.
Arbeitsteilung praktiziert
Mit Fortdauer des
Versuchs kamen die gut eingespielten Teams immer besser in Schwung. So dauerte
es nur wenig länger als angenommen, bis der von Gemeindeammann Peter Kummer
gemessene Weltrekord vom Publikum bejubelt und vom Notar beglaubigt werden
konnte. Eine lange Lebensdauer war der Weltrekord-Roulade freilich nicht
beschieden. In Tausende Einzelstücke zerteilt, wurde sie umgehend zum Kauf
angeboten.
Erschienen im: Tagblatt, Montag 19.07.2004
Siebenschläfer machte kein Auge zu
Organisatoren zeigen sich zufrieden mit vierter Siebenschläferparty
Zu hunderten lockte die Siebenschläferparty die Besucher ins
«Bilcheholz» bei Amriswil. Am Samstag war die Party ausverkauft - es
mussten sogar Leute wieder weggeschickt werden.
Nadine Kugler
Dröhnende Bässe, flackerndes Licht, reflektierende Disco-Kugel und
ausgelassene Stimmung: Die vierte Siebenschläferparty im «Bilcheholz»
bei Amriswil wurde ihrem Motto «Die verrückteste Waldparty, seit es
Tannen gibt», gerecht. Feierten am Freitagabend laut Veranstalter rund
2000 Besucher eine rauschende Party unter den Bäumen, war am
Samstagabend kaum ein freies Plätzchen auf der Waldlichtung zu
ergattern. Die Schlange vor der Abendkasse reichte bis weit zurück auf
die Strasse, und so mancher wünschte sich, ein Ticket im Vorverkauf
ergattert zu haben. Nach ersten Berechnungen seien rund 1000 Tickets
im
Vorverkauf erworben worden.
Die Siebenschläferparty war am Samstag
ausverkauft. Unzählige
Besucher wurden am späteren Abend gar nicht mehr erst
zum
«Bilcheholz» hinaufgelassen, sondern schon in Hagenwil wieder
weggeschickt. «Für Autos hätten wir zwar noch Parkplätze gehabt, aber
nicht mehr für Besucher», erklärte Projektleiter Pius Angehrn am Sonntag
ziemlich übernächtigt. «Wir sind mit der Besucherzahl sehr zufrieden.»
Tanz, Gesang und Akrobatik
Auch dieses Jahr bot die
Siebenschläferparty ein vielfältiges Programm.
Standen die vorwiegend
jüngeren Besucher am Samstagabend zuerst
noch auf der Tanzfläche, ohne sich
gross zur aus den Lautsprechern
dröhnenden Techno-Musik zu bewegen, änderte
sich das nach dem
Auftritt der Tanzformation «Joyfull Elements» schlagartig.
Angespornt von
deren aufreizenden Bewegungen zu Hip-Hop-Klängen, stand
danach
kaum noch ein Fuss ruhig auf der Tanzfläche, während DJ Greg immer
neue Songs aus den aktuellen Charts und von früheren Hitparaden
auflegte. Bewunderung ernteten aber nicht nur die Tänzerinnen von
«Joyfull Elements», sondern auch die Acappella-Formation Tuningforks
und
die Gruppe «Konterschwung» mit ihrer Show. «Wir haben darauf
geachtet, mit
dem Programm möglichst viele Leute anzusprechen»,
erläuterte Pius Angehrn.
Er habe zwar vom Programm selbst am
Samstag nicht viel mitbekommen, aber bei
den Besuchern sei es gut
angekommen. Für den reibungslosen Ablauf der Party
standen 125
Helfer im Einsatz. «Die Siebenschläferparty verlief sehr
friedlich», erklärte
Pius Angehrn.
Abbrucharbeiten begonnen
Ob es eine weitere Siebenschläferparty im Wald gebe? «Ja, es gibt
eine
Fortsetzung», sagte Nicole Eberle, zuständig für Personal und Catering,
am Sonntag. Mit dem Abbruch der Infrastruktur im Wald wurde noch
gestern Nachmittag angefangen. Ziel sei, dass heute Montagabend alles
aufgeräumt sei, betonte Pius Angehrn.
Von Atmosphäre im Wald
fasziniert
Am Sonntagmorgen lockte das Brunch-Buffet zahlreiche
Gäste in den
Wald. Die Amriswiler Confiserie Wellauer AG verwöhnte die
Besucher mit
Zopf, verschiedenen Broten, Croissants, Bichermüesli, Käse
und Fleisch
- einfach allem, was das Herz der Frühstückshungrigen
begehrte. «Wir
sind zufrieden mit dem Aufmarsch», sagte Trudi Brüschweiler,
die
gemeinsam mit ihrem Mann Georg den Brunch im Wald koordinierte und
leitete. Seien am Donnerstag noch keine Anmeldungen für das Frühstück
zu
verzeichnen gewesen, hätten sich dann doch noch hundert Leute bis
am
Samstagabend angekündigt. Wahrscheinlich hätten viele erst
abwarten wollen,
wie die Wetterprognosen für das Wochenende lauteten,
erklärte Trudi
Brüschweiler.
«Weil wir den Brunch zum ersten Mal durchführten, waren
wir zuerst
skeptisch.» Doch jetzt sei sie von der Atmosphäre im Wald
fasziniert. Das
Wetter sei für einen solchen Anlass hervorragend. Acht
Helfer standen im
Einsatz, um für das Wohl der Frühstückenden zu sorgen.
«Bei uns
herrscht fast ein Familienbetrieb.» Nachdem der erste Brunch im
Wald so
gut verlaufen sei, könne sie sich sofort vorstellen, auch im
nächsten Jahr
wieder ein Frühstück zu organisieren, sagte Trudi
Brüschweiler. (kug)
Erschienen im: Tagblatt, Montag, 21.07.2003
Alles andere als einschläfernd
Grosser Andrang bei der Siebenschläferparty im «Bilcheholz»
Unzählige Besucher lockte die dritte Siebenschläfer-party in den Wald
ins
«Bilcheholz» bei Amriswil. Musik aus vier Jahrzehnten und verschiedene
Events auf der Bühne sorgten für gute Unterhaltung.
Nadine Kugler
«Die dritte Siebenschläferparty hat unsere Erwartungen erfüllt»,
erklärte
Projektleiter Pius Angehrn gestern auf Anfrage. Genaue
Besucherzahlen
könne er allerdings noch keine nennen. Hunderte Besucher
feierten am
Freitag- und Samstagabend eine rauschende Party im Wald. Fetzige
Rhythmen aus verschiedensten Stilrichtungen regten zum Mitschunkeln,
-singen und -tanzen an. Getanzt wurde allerdings fast häufiger neben als
auf der extra erstellten Tanzfläche.
Auftritte auf der Bühne
An den verschiedenen Bars herrschte Grossandrang. Bevor man sich
dort allerdings verpflegen konnte, musste man die «Bank» auf dem
Gelände
aufsuchen und sein Geld gegen das erforderliche
«Siebenschläfer-Zahlungsmittel» eintauschen. Die neue Saftbar habe
sich
bewährt, sagte Pius Angehrn. Auf dem Partyareal konnte aber nicht
nur der
Durst gestillt werden, ein vielfältiges kulinarisches Angebot
verköstigte
auch die hungrigen Gäste. Unterhalten wurden die Besucher
an den beiden
Abenden nicht allein durch gute Musik, sondern auch mit
verschiedenen
Live-Acts auf der Bühne. So heizte beispielsweise am
Freitagabend die
Tanzformation «Move Attack» dem Publikum so richtig
ein. Zu Sound aus den
Charts bewegten sich die Tänzerinnen und Tänzer
mal aufreizend, mal
sportlich-akrobatisch, aber immer mitreissend auf
der Bühne. «Move Attack»
nahm die Zuschauer zudem auf einen Ausflug
zu den Blues Brothers und eine
Reise zu fernöstlich angehauchten
«Kampf-Tänzen» mit. Am Samstagabend kamen
die Modeinteressierten
an der Siebenschläferparty bei der
Cigaro-Jeanswear-Show auf ihre
Kosten. Ausserdem sorgte die Gruppe «Sinius»
aus Amriswil mit
Ausschnitten aus ihrem aktuellen Bühnenprogramm für
Stimmung.
Rund 100 Helfer im Einsatz
Rund 100 Helferinnen und
Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf
der Siebenschläferparty. Mit
dem Nachschub habe es die ganze Zeit gut
geklappt, so Pius Angehrn. Zum
ersten Mal seien dieses Jahr auch
Tickets im Vorverkauf erhältlich gewesen.
Diese Neuerung habe sich
bewährt, denn der Andrang an der Kasse sei nicht so
gross gewesen
und daher die Wartezeiten nicht allzu lang.
Aufräumarbeiten angefangen
Er habe sich mit den anderen
OK-Mitgliedern noch nicht über eine
Fortsetzung der Siebenschläferparty
unterhalten, erläuterte Pius Angehrn
gestern. «Aber Erfolg verpflichtet»,
schmunzelte er. Es werde sicher
wieder etwas auf die Beine gestellt. Gestern
Morgen waren die
Helferinnen und Helfer mit den Aufräumarbeiten im Wald
beschäftigt. Die
Technik sei bereits abgebaut worden, das DJ-Pult stehe
allerdings noch.
Der Abfall sei beseitigt und das Feld für den Waldbrunch
des
Agro-Vereins geräumt worden, so Pius Angehrn. Die ganze Infrastruktur
müsse aber später noch abgebaut werden.
Erschienen im: Tagblatt, Montag, 22. Juli 2002